“Der Schatten ihrer selbst”
oder “der Corona Wahnsinn”
die zwei überschriften würden zu meinem heutige text passen.
gestern - die so lang ersehnte nachricht
corona ist tragend!
kurz zu ihr. sie ist die, die man nie hört,nie sieht und eigentlich nicht spürt. unsichtbar - ist ihre superkraft. corona ist die letzte, die den stall im gemütlichkeit’s gang verlässt und die,die immer als letzter, in derselbigen geschwindigkeit, den stall betretet. coronaki - mein spitzname für sie - ist auch die,die niemals,nicht einmal, seit wir sie haben…auf den falschen standplatz marschiert. wenn man gerade kein auge beim einlass zur stallzeit frei hat, schleicht sie förmlich hinter dem rücken vorbei. so passiert es schon mal das ich draußen nach ihr rufe oder suche, sie aber schon längst ohne einem ton oder geräusch auf ihren platz stand. für mich immer noch nicht verständlich wie man mit dieser geschwindigkeit, plötzlich im stall steht und das im flüster modus….
corona haben wir von unseren pacht-betrieb, letztes jahr mit vier weiteren übernehmen können. corona war zu dem zeitpunkt noch melkend, jedoch nicht tragend. mein ziel war von den insgesamt 5 kühen, im besten fall, alle behalten zu können. zwei mussten uns leider verlassen, auch corona hat uns kopfschmerzen bereitet. keine besamung hat angeschlagen, schon viel zu lange in der laktation. sah aus wirtschaftlicher sicht nicht gut aus. ich beschloss ihr eine sommerfrische auf der alm zu schenken, “das tut ihr gut”, jedoch kam sie auch nach der almsaison ohne erfolg retour.
wenn der tierarzt da war,ließ ich sie auch zwei mal untersuchen, damit auch wirklich keine zyste ihr unwesen treibt. sie stierte regelmäßig aber sehr unterschiedlich stark, was nicht ungewöhnlich ist wenn kühe länger leer sind.
baja, wie es so ist unter den personen auf einen familienbetrieb, unterhaltet man sich gut und gerne und mächtig viel, bei gemeinsamen mittagessen,über den eigenen hof und seine tiere. an diesen sonntag jedoch begann ich das erste mal das gespräch (was schon eher untypisch ist, so bin ich eigentlich froh wenn es so nicht um die arbeit geht) und warf ohne langer einleitung den wunsch, “nein” es war schon eher ein beschluss, in den raum:
”corona bleibt,sie bekommt ihre zeit” und “ solange sie milch gibt und wir damit kälber füttern können ist sie auch wirtschaftlich”
erstmal schauten mich alle verdutzt an, jedoch sah ich schon ein kleines schmunzeln im gesicht des schwiegerpapa’s, denn anscheinend hab nicht nur ich mich in dieses unsichtbare kuhwesen verkuckt. insgeheim wusste ich, auf solchen ebenen sind wir einwenig gleich. rein wirtschaftlich gesehen werden alle meine kollegen und selbst mein mann den kopf schütteln. so kann sich nicht jeder hof so ein, ich nenne es mal,
“hoffnungs-projekt” widmen.
aber ich konnte es, und deswegen begann ich coronaki mit ihren mineralhaushalt aufzufüllen - was ging - genug beta carotin für die fruchtbarkeit bzw. zyklus anzeichen.
es vergingen noch viele Monate. Und wie es die bauernregel besagt, stierte corona genau am 10.2 als ich zu meiner mama gefahren bin - 2 tage vor dem unfall meiner tochter. der chef persönlich hat sie besamt. Bis gestern waren keine auffälligkeiten mehr zu sehen. nur ein kleiner roter Schleim ließ mich geknickten glauben es war alles umsonst. ich war schlecht gelaunt und richtig enttäuscht. gestern war der TA wieder da und wir haben beschlossen auf nummer sicher zu gehen und es durch einen ultraschall bestätigen zu lassen das sie wieder leer ging. doch die erlösende nachricht kam - tragend zu 100 %.
ich hatte mich so lange vor dieser untersuchung gedrückt, weil ich wirklich nicht geglaubt habe das es klappt. obwohl ich eine deutliche veränderung sah, coronaki wurde im gesamten etwas “runder” so ist sie aber immer noch keine kugel, aber die zunahme war sehr gut. das fell wurde glatter und glänzender. sie gab immer noch milch, kleine Milchmenge, aber reicht für ein kalb, aber es wurde insgesamt weniger. ja, eine veränderung war da, aber geglaubt hab ich nicht mehr daran, eventuell weil man sich auf die harte entscheidung einstellen versucht.
tja und so unsichtbar wie corona ist, so schleichend war diese Überraschung.